Suchen als Kulturtechnik

Ich meine nach wie vor, daß das „Suchen“ eine (Kultur-)Technik ist, die dem derzeitigen Web adäquat ist. Suchmaschinen bieten uns das Web auf diese Weise dar, und wir nehmen es auf diesem Weg wahr. Das ist nicht zu „verbessern“, es kann nur durch ein qualitativ anderes Angebot ersetzt werden. Dessen Erscheinen auf der Bühne kann man aber nicht erzwingen, es kommt, wenn die Zeit dafür reif ist, und zwar unabhängig vom Ressourceneinsatz und vom Know-How eines Projekts.

Jürgen Fenn im InetBib-Thread „Warum gelingt keine ernsthafte Konkurrenz zu Google„; dem ist nichts hinzuzufügen.

4 Comments

  1. Jörg Friedrich Donnerstag, 26. Juli 2007

    Der Jürgen Fenn schreibt in seinen weiteren Beiträgen, Google definiere den Blick der Anwender auf das Web. Ich würde da weitergehen. Das Googlen (als Kulturtechnik) bestimmt weitgehend den Blick der Nutzer auf die Welt.

    • jl Donnerstag, 26. Juli 2007

      In diesem Sinne ist Google eben ein Medium.

  2. Jörg Friedrich Donnerstag, 26. Juli 2007

    Übrigens ist in diesem Zusammenhang interessant, dass die Amerikaner laut ComScore http://www.comscore.com/press/release.asp?press=1525 im Juni um 6 % mehr im Internet gesucht haben als im Mai, wobei der Anteil von Google um 1,2% auf nur noch knapp 50% zurück gegangen ist.

  3. jl Freitag, 27. Juli 2007

    Um das klarzustellen: Nicht Googeln ist für mich Kulturtechnik, sondern Suchen / Finden.

    Ich sehe als Kulturtechnik im engeren Sinne die elementaren Fähigkeiten Lesen, Rechnen, Schreiben und eben auch Suchen bzw. Finden. (Wobei das natürlich nicht auf eine Internetsuchmaschine wie Google begrenzt ist.)

    Religion, Wissenschaft, Kunst, Ackerbau und Viehzucht dagegen, und einige mehr, sind Techniken eines erweiterten Kulturbegriffes. Wie die ersten drei elementaren Kulturtechniken z.B. in Buchdruck, Statistik, Buchhaltung, Bibliothek usw. aufgehen, ist Suchen / Finden elementarer Bestandteil von Informations- u/o Medienkompetenz.

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