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Listen, Listen, Listen

Foto: Time Magazine

So auch beim TIME Magazine: The Best Inventions of the Year 2008. Einige davon haben wirklich das Zeug dazu, unser Leben, unser Wissen darüber umzukrempeln.

23andMe’s Retail DNA-Test auf Platz 1 (der Liste). Der Large Hadron Collider, obwohl er Startschwierigkeiten hatte. Jede Menge intelligente Prothesen und „soziale“ Roboter sowie Innovationen mit energiewirtschaftlichem Hintergrund. (Da fällt mir Updating Germany – 100 Projekte für eine bessere Zukunft –, die noch bis Februar laufende, sehr sehenswerte Ausstellung im DAM Frankfurt ein.)

Dagegen wirkt die Entdeckung von so etwas „altem“ wie einer Primzahl zunächst etwas merkwürdig, ist aber gut begründet, und hat für Platz 29 auf der Liste gereicht. Konkret: der neue Primzahl-Rekord ist 243112609-1. Diese Zahl hat 12,9 Millionen Stellen und ist damit die erste Primzahl mit mehr als 10 Millionen Stellen. (Mehr dazu dort und dort im Mathlog.)

(Die komplette Liste umfasst 50 Positionen.)

Das Taschenbuch des Lebens

Die Taschenbuchausgabe soll einmal etwa 1.000 USD kosten. Das meldete die Zeit schon im Juni 2006 („Genetik für alle„). Mit einem Ausriss dieses Artikels sowie einem Hinweis auf den unten referenzierten Wired-Artikel begann Christina Brandt heute ihren Vortrag „Die Sprache der Gene? Metaphern in den Biowissenschaften“. (Der letzte Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Im Reich der Wörter – Gespräche über Sprache“ der Max-Planck-Gesellschaft anlässlich des Wissenschaftsjahres der Geisteswissenschaften.)

Ich fand den Vortrag etwas mau, für meinen Geschmack wurde zu viel behauptet (z. B. die Wechselbeziehung zwischen Metaphern und Entwicklung der Forschung) statt an Beispielen bewiesen, sowie die religiös-spirituelle Grundierung der meisten Metaphern nicht gedeutet. Vielleicht eine Frage der verfügbaren Zeit. Die kleine Fallstudie zu metaphernreichen Texten von Gerhard Schramm war gleichwohl interessant.

Wie Antje letztens schon festgestellt hat, purzeln die Preise für Personal Genome Services. In ein paar Jahren wird die Tausendermarke erreicht sein. – Was werden wir mit den Ergebnissen anfangen?

Im Lifestyle-Organ der Techies und Geeks ist das Thema inzwischen übrigens auch angekommen: „23AndMe Will Decode Your DNA for $1,000. Welcome to the Age of Genomics„.

UPDATE: Gentest 2.0 kommt nach Deutschland