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Aziza Mustafa Zadeh in Mainz

Am Samstag war ich zu einem Konzert von Aziza Mustafa Zadeh. Sie spielte im Trio hier im Frankfurter Hof in der Mainzer Altstadt. Mein bis dahin einziges Hörerlebnis kam von ihrer ersten Vinyl-Scheibe, damals 1991. Ihr Klavierspiel war mir als artistisch rasant in Erinnerung geblieben, ich war also gespannt.

Zu Jazzkonzerten kommen in den Frankfurter Hof gewöhnlich kaum 100 Interessierte. Dieses Mal war es rappelvoll. Der Grund dafür: ich war in eine 20-Jahre-Frankfurter-Hof-Feier geraten, eine offizielle Veranstaltung der Stadtoberen, die so nebenher auch noch für den Wahlkampf instrumentalisiert wurde. Selber Schuld, ich hätte mich ja vorab richtig informieren können. So musste ich mir zunächst Grußworte des mit 80 Tagessätzen belasteten OB, der noch amtierenden Kulturministerin, des ehemaligen und der aktuellen Kulturreferentin der Stadt anhören. – Man sonnte sich im Erfolg. Derweil hielt sich der, der seit 20 Jahren den Laden schmeißt, das Programm macht, dezent zurück. Und da die Stadt finanziell klamm ist, nicht jedoch deren Bürger, gab erstere an letztere Prosecco, Wein, Bier und belegte Brötchen gratis aus. So ist das hier, nicht nur zu Wahlkampfzeiten.

Apropos »Sonnen«. Der OB und der ortsansässige Musikverleger (und Musikpreis-Stifter) taten dies bis über die Grenze der Peinlichkeit hinweg, dabei Frau Zadehs Schönheit preisend und sie für sich und die Fotografen herzend.

Aber auch die Künstlerin selbst spart nicht mit Peinlichem, finde ich. Und damit meine ich nicht ihre zur Schau gestellte Spiritualität. Mit fast 42 Jahren spielt sie öffentlich immer noch die Tochterrolle, lässt Sie sich zu Ihren Konzerten immer noch von ihren Eltern begleiten – im übertragenen und im wörtlichen Sinn. Genaueres aus dieser Kiste will man gar nicht erfahren.

Die musikalische Performance des Trios war übrigens große Klasse.

Berichte in den Regionalzeitungen: (Mainzer) Rhein-Zeitung, Allgemeine Zeitung