Posts Tagged: Barcelona

Blau Reiter

In Barcelona laufen noch zwei Ausstellungen zum Gesamtwerk von Miquel Barceló: »Tot Barceló«. Während die Werke im CaixaForum den Zeitraum seit 1983 abdecken, findet man in der ehemaligen Kirche Santa Monicà an den Ramblas das Frühwerk, »Miquel Barceló vor Barceló, 1973-1982« genannt. Dort hängt diese Skizze.

Miquel Barceló, Blau Reiter

Über die Bedeutung kann man nur rätseln. Nebenan hängen eine Reihe von Skizzen und Bildern, die ein – vermutlich – frühes und traumatisches Erlebnis mit reißerischen Hunden thematisieren. Sich ein Pferd zur Flucht zu wünschen, ist da naheliegend. Das Wort „blau“ bedeutet im Katalanischen genau dasselbe wie im Deutschen. Vermutlich nimmt Barceló hier ironisch auf den historischen Terminus, die Künstlervereinigung, Bezug.

Costa Brava 2010

21 Tage Barcelona, Montserrat, Costa Brava, Cap de Creus (Wandern und Sightseeing, Mitte August bis Anfang September) sollen hier kursorisch dokumentiert werden. Die Stationen im Einzelnen: Barcelona – Les Fonts de Terrassa – Montserrat – Palamós – Begur – Pals – Torroella de Montgri – L’Escala / Empúries – El Port de la Selva – Cadaqués – Barcelona.

    
    


Die Liste der Eindrücke ist natürlich ellenlang, ich greife hier nur Einiges heraus.

Barcelona:
Miquel Barceló total, vor allem »La solitude organisative, 1983-2009« im CaixaForum (Barceló begeistert mich, wie schon vor einem Jahr in Venedig)
natürlich mein absoluter Architekturfavorit, der Pavillon von Mies van der Rohe (mit Georg Kolbes Morgenröte)
die Plätze in la Ribera, el Raval und el Gòtic
wie leicht es ist, seine Brieftasche los zu werden

Montserrat:
die Canyons, die die heutigen Rinnsale Riera del Morral und Riera del Moli östlich von Olesa de Montserrat schufen – damals, als sie noch wirkliche Flüsse waren
das Sommergewitter und die Bergtouren im Montserrat – in 1200m Höhe auf Felsen aus Muschelkalk zu sitzen ist ein gutes Gefühl
nach der Gipfelwanderung auf den Sant Jeroni Caravaggios »Hl. Hieronymus / Sant Jeroni« im Montserrat-Museum

Costa Brava:
das abendliche Leben in der Altstadt von Begur, vor allem auf dem Placa de Villa
die Geckos von Torroella de Montgri, und die Fiesta Mayor
die Ausgrabungsstätten griechischer und römischer Besiedlung von Empúries
die Sternschnuppe über El Port de la Selva
der Abstieg vom Kloster Sant Pere de Rodes nach Selva de Mar
der gut dreitägige Tramuntana auf dem Cap de Creus
die coolen Hunde und Katzen von Cadaqués

Ein paar Fotos und Tipps…

Vibrator

Nach Norman Fosters »The Gherkin« noch so eine von – manchen als erotisch empfundene – Gurke: Jean Nouvels »Torre Agbar« in der Gaudi-Stadt Barcelona.

Die Zeit der Quader scheint endgültig vorbei zu sein.

(via zeit.de, Bilder zum Torre Agbar bei der Wikipedia)

Super Photo Computer

Simon Norfolk hat den in der Kapelle der Technischen Universität Katalanien in Barcelona aufgebauten Supercomputer MareNostrum eindrucksvoll fotografiert. Darunter sind mehrere schöne Detailaufnahmen. Die Bilder und Erläuterungen gibt’s auf seiner Site. (Vorsicht, Flashalarm!)


     


(via BLDGBLOG)

Architekturfilmtage

Die 6. Architekturfilmtage in München widmeten sich filmisch dem Verhältnis von Architektur und Skulptur. Am ersten Abend liefen 3 interessante Filme über die spanischen Ingenieure und Architekten Antonio Gaudí und Santiago Calatrava, der auch in Berlin gebaut hat.

„La Casa Milà“ widmete sich ausführlich Gaudís seinerzeit umstrittenen, von den Bauherren gehassten „steingewordenen Manifest gegen den rechten Winkel“. Was man auf den ersten Blick nicht sieht, was sich einem als ungeübten Betrachter selbst vor Ort (inmitten zahlreicher Touristen) nicht unbedingt sofort erschließt ist die Modernität der in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts realiserten Konstruktion der Casa Milà: 1.600m2 Geschossfläche (pro Etage) ohne eine einzige tragende Wand! Die erste Tiefgarage Barcelonas. Ein zusätzlicher Schacht ermöglicht es, die beiden Innenhöfe frei von Versorgungsleitungen aller Art zu halten.

„Die Reisen des Santiago Calatrava“ von Christoph Schaub schließlich brachten eine filmisch beeindruckende Begegnung mit außergewöhnlichen Formen; dynamischen Gleichgewichten; erstarrten Bewegungen; beweglicher Architektur; Bauwerke als Skulpturen, Formen, die an Natur erinnern.