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Tank Girl

Auch digitale Fotoapparate sind umständliche Vehikel, meist zu langsam. Wann endlich wird man Gesehenes aus dem Gehirn direkt speichern können?

Ein durchschnittlich warmer Sommerabend in der Stadt. Wir durchschnittlichen Leute sitzen vor der Taverne auf der Straße, genießen den Wein, das Essen und uns.

Es kommt ein etwas punkiges Tank Girl mit zwei riesigen Hunden angeschlendert; rechts und links schaukeln zwei Bierflaschen auf den Hüften, springen in den Hosentaschen. Sie schlängelt sich betont lässig zwischen den Tischen hindurch, vorbei.

System. Stützen

Die Stützen eines Systems kann man auswechseln. Egal, wie schlecht der Zustand der Stützen ist und um welches System es sich handelt.

Man darf nur die Stützen nicht mit dem System selbst verwechseln.


Basis und Überbau

Ich kann mich noch an eine oft auf Reisen beobachtete Gepflogenheit erinnern: Reisende mit einer großen, dicken Tageszeitung unterm Arm betreten das ICE-Abteil oder sortieren sich in der Sitzreihe im Flieger, greifen die Zeitung so, dass oben die Rubrik der jeweiligen „Bücher“ zu sehen ist, und holen mit einem geübten, souveränen Griff bestimmte Teile heraus. Um sie wegzulegen, gelesen wird das andere. Für die einen war das Aussortierte das Feuilleton, für die anderen der Wirtschafts- oder Finanzteil. (Manchmal machte es Spass, dies vorherzusagen.)

Dieses sortierende, ignorante Verhalten war natürlich immer schon kultur-banausig, ist heutzutage aber ohnehin obsolet. Nirgends gibt’s derzeit soviel breitgetretene „Wirtschaft“ wie im Feuilleton, dessen Redakteure schwadronieren äußerlich selbstsicher über Wirtschafts- und Finanzpolitik, wobei das, was richtig ist, ganz klar auf der Hand liegt. Keine Kulturrezension ohne Seitenhieb in Richtung Banker, kein Interview, kein Essay ohne Bezug zum augenblicklichen Finanzdebakel; ganz nebenbei wird für die Dauer eines Espresso eine neue, die einzig richtige Gesellschaftsordnung skizziert.

Dabei handeln alle Akteure, wirklich alle, im Zustand des Nicht-Wissens. (Ulrich „Risiko“ Beck)

Zur Lage

Text im Treppenhaus in der Mainzer Kunsthalle

Information, Kommunikation

Vor über einem Jahr hatte ich einen Braindump in Sachen Daten, Informationen, Wissen. Mir stieß und stößt die häufig ungenaue Verwendung dieser Kategorien im Alltag auf. Damals zitierte ich Heinz von Foerster mit

Der Hörer, nicht der Sprecher, bestimmt die Bedeutung einer Aussage.

und eben dies kam mir in den Sinn, als ich in der Zeit ein kurzes Interview zum Thema Kommunikation und Information las.

Der Interviewte, ein Herr Krotz, bezeichnet als einen der größten Irrtümer, dass man lange Zeit ein zu schlichtes Modell von Kommunikation hatte, diese als Informationstransport betrachtet habe: Wer sagt was zu wem über welchen Kanal? Der Fokus lag auf beobachtbaren Prozessen, die entscheidenden, in uns ablaufenden Prozesse wurden ignoriert.

Es kommt nicht so sehr darauf an, wer was sagt, sondern wer was versteht.

Dies all denen ins Stammbuch, die meinen, sie informieren doch, also hätten sie keinerlei Kommunikationsdefizite.

Kultur

Italiener, Iren, Schotten, Norweger, selbst Engländer, und andere sind nicht signifikant klüger als wir Deutschen. Aber ich habe den Verdacht, sie könnten uns kulturell, zivilisatorisch überlegen sein.

Während Mann in Deutschland bei Gelegenheit gern noch öffentlich an Häuserwände pinkelt, hat man dort längst aufgehört, in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Pubs oder Zügen zu rauchen. Und es gibt deswegen dort keine Untergangsstimmung, nirgends, zu beobachten.

Ich bin dafür, dass sich jeder gerne berauschen kann wie und womit er will. Aber die Einsicht, dass man andere damit nicht belästigt macht den Unterschied.

Standortvorteil

Standortvorteil ist, wenn man für eine Flasche Oettinger Radler 3 Euronen nehmen kann. Und bekommt.