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Frankfurter Buchmesse 2009

Die Frankfurter Buchmesse ist ohne Frage eine Institution von Rang für die Literatur, die Autoren, die Leser, die Verlage, die Gewerbe, die Stadt, die Medien, die Politik usw.. Doch professionelle Berichterstattung von diesem Ereignis hat auch etwas merkwürdige Seiten: neben der routinierten Schreibe über die Neuerscheinungen und dosierten Einblicken in die Verlagswelt findet man immer häufiger vor allem Berichte über die Empfänge und Parties (traurig, traurig, kaum noch Freigetränke) und andere Nebensächlichkeiten einer solchen Messe; enttäuschte Schnorrer und gelangweilte Groupies zeigen Zynismus, lassen Frust ab. Mit Verachtung blickt man auf die gemeinen Besucher, die die Hallen am Wochenende stürmen. [1]

Ich war gestern nach 2008 zum zweiten Mal dabei, samstags. Es begann in der übervollen S-Bahn nach Frankfurt, hier wie später dort dann die zahlreichen Gruppen der teils aufwändig kostümierten und geschminkten Manga- und Fantasy-Verehrer. Der erste Handzettel auf dem Fußweg vom Bahnhof zur Messe will mir von Polizisten in die Hand gedrückt werden: Sicherheitshinweise. (Wie auf Bahnhöfen derzeit begegnet man auch in den Messehallen einigen Polizei-Patrouillen; wird man sich daran gewöhnen müssen?) An der Kasse ist erstaunlich wenig los, in den Hallen später dann kommt es mir so vor, als wäre etwas weniger Andrang als im Vorjahr. Doch um dorthin zu gelangen, muss man sich erst noch den Weg durch das Spalier der teils verzweifelt, teils bemüht wirkenden Zettelverteiler bahnen.

So bunt und grell und gemischt wie das Angebot in den Filialen der Buchhandelsketten scheinen auch die Dispositionen des Publikums zu sein. Manche kommen nur, um Promis zu schauen. Die Ratgeber-Branche und die Fernsehsender sind mit ihren Podien auch da, um dieses Bedürfnis zu befriedigen. Ich schlendere von einem mir bekannten Verlag zum nächsten, entdecke einige mir unbekannte, nehme viele Bücher in die Hand, lese mich bei einigen mitten im Messetrubel fest, freue mich über sehr gut gemachte Editionen sowie Konstanten auf dem Buchmarkt: die Manesse-Büchlein und die Salto-Reihe von Wagenbach zum Beispiel.