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Unordentliches Wissen

David Weinberger, mir bekannt vom »Cluetrain Manifest«, befasst sich in seinem Buch »Das Ende der Schublade. Die Macht der neuen digitalen Ordnung« (Everything is Miscellaneous. The Power of New Digital Order) mit der Geografie und der Form, mit der Ordnung und der Unordnung, mit der Vergangenheit und der Zukunft des Wissens. Es ist ein Plädoyer für die Unordnung als natürliche Ordnung –

Die menschlichen Themen sind zu groß und zu schwammig, um gut in Schubladen zu passen.

–, wider hierarchisch durchgesetzte Taxonomien, pro bottom up erzeugtes bzw. dokumentiertes Wissen.

Eleanor Roschs Forschungen zeigen, dass Unordnung sozusagen zu unserer Essenz gehört. Sich vorzustellen, dass wir ohne Unordnung denken könnten, würde bedeuten, dass wir wie Computer denken würden – mit anderen Worten: dass wir überhaupt nicht denken würden.

Da bleibt natürlich ein nebenbei ausgeteilter Seitenhieb gegen die Don Quichotterien (?) der Semantic Web Projekte nicht aus:

Das Semantic Web soll das Web durch die Kraft der Metadaten schlau machen, manchmal allerdings auf eine Weise, die an Bemühungen der zweiten Ordnung, das Universum zu kategorisieren, erinnert.

Ein lesens- und bedenkenswertes Buch! Das Weinberger übrigens den Bibliothekaren widmete.