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Florentiner und Sieneser Details

Als Nachschlag noch ein paar Detailaufnahmen von Sieneser Böden oder Florentiner Fassaden.

    


Florenz

Florenz ist eine sehr schöne und reiche Stadt. Und deshalb nicht unproblematisch. Von dieser Schönheit und dem Reichtum werden den Touristen meist ziemlich lust- und lieblos ein paar gängige Beispiele eher mehr als weniger kostenpflichtig (was ja an sich ok ist) dargeboten. Man kommt sich abgespeist vor, vermutlich wirklich interessante Sachen (z.B. Corridoio Vasariano, Casa di Dante) hält man ohne Erklärung zurück: abgeschlossen, verriegelt & verrammelt.

Florenz‚ Altstadt ist mit dämlichen Kühen möbiliert, vergleichbar den blöden Bären in Berlin. Vielleicht mögen ja die professionellen Video-Gucker diese Kühe; die öffentlichen Plätze werden alle überwacht.

Florenz war wehrhaft gerüstet, ist heute noch voller Phallussymbole: Geschlechtertürme (wenn auch auf 40m gestutzt), marmorne Siegessäulen (ohne Kapitell), Campanile(n). Die zahlreichen Senkrechten, die geometrischen Muster der marmornen Fassadenverkleidungen (florentinischer Inkrustationsstil der Protorenaissance) sowie die wundervollen, streng gegliederten Fassaden der zahlreichen Palazzi kann man eigentlich nicht fotografieren, jedenfalls nicht in tutto: zu schlimme stürzende Linien, zu wenig Abstand. Es sei denn, man fotografiert „über Bande“, z.B. Pfützen und Fenster. Oder nur Details. – Ich habe es (trotzdem) versucht.

Florenz strotzt vor berühmter Kunst, vor Ikonen sozusagen. Kunst braucht Auftraggeber, und so ist es erklärlich, dass die Werke alles in allem ziemlich monothematisch sakral sind. Habe noch nie zeitlich und räumlich so gehäuft junge Mütter mit pummeligen, nackten Babies gesehen. Nicht jahreszeitgemäß gekleidet also. Buon natale! – Dies in den zahlreichen Kirchen zu sehen, war zu erwarten. Die uffizielle Enttäuschung nicht.

Florenz und Fresken, das passt zusammen! Wir wohnten an der Piazza Carmine, neben der berühmten Capella Brancacci, ein Restaurationsprojekt der 80er, mindestens so bemerkenswert wie die Sixtinische Kapelle. Insgesamt reicht das Spektrum von hoher Kunstfertigkeit bis zu, nun ja, Kritzeleien. (Hey, Azubi, pinsele ‚mal die Decke voll!) Im Palazzo Vecchio, im fensterlosen Studierzimmer des „Chefs“: die Wände voller Onaniervorlagen. (Natürlich kommt man da nicht so einfach rein!)

Florenz hat ein sehenswertes Museum zur Geschichte der Naturwissenschaften. Und dort gibt es auch engagiertes und freundliches Museumspersonal. Das ist gut so, schließlich hat Galileo Galilei in der Stadt gewirkt. Er könnte übrigens als Urvater der „Langen Nacht der Wissenschaften“ gelten: Auf dem Campanile hat er einst eine Demonstration seiner Arbeiten mit Fernrohren, seiner Vorhaben bei der Himmelserkundung, so beeindruckend vorgeführt, dass die städtischen Geldgeber sich nicht lumpen ließen. Space sells!

Nun noch ein paar Fotos…

Bella Italia …

… versinkt im Schnee. Eine Schneeflocke auf Straße, Gleis oder Start- und Landebahn verursacht dort gefühlt doppelt soviel Trouble wie hierzulande. (Da kann das Supermodel von der Forza Italia auch nicht helfen.)

Foto von Antje, bei Florenz, aus dem ruckelnden Bus.