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Christa Wolf

In der vergangenen Woche ist Christa Wolf verstorben. Keine Schriftstellerin hat mein Denken so sehr sehr beeinflusst wie sie, damals in den 1970er und 1980er Jahren. Das ist lange her.

Heute blättere ich in »Kassandra«. Das Buch ist 1983 erschienen und trägt den Untertitel „Vier Vorlesungen. Eine Erzählung.“ Mit den Vorlesungen sind die Frankfurter Poetikvorlesungen 1982 gemeint. Im Band stecken mehrere Lesezeichen, von mir damals eingelegt. (Und es gibt darüber hinaus angestrichene Stellen.) Heute rätsele ich bei einigen, was mich damals wohl dazu bewegt hatte. Die meisten sind der Zeit (Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Ost und West) geschuldet. Nicht wenig reicht darüber hinaus.

Zum Beispiel in der 3. Vorlesung, einem Arbeitstagebuch:

Frankfurter Poetikvorlesung 2009/2010: Durs Grünbein

Die Frankfurter Poetikvorlesungen gibt es nun seit 50 Jahren, sind eine Institution also, Ingeborg Bachmann hatte damals angefangen. Doppelt weit entfernt in Berlin wohnend las ich das erste Mal davon, als Christa Wolf dort vortrug, in den Achtzigern: »Kassandra«. SS20, Pershings, …

Viel Zeit ist seitdem vergangen, und nun, nahebei wohnend, lese ich, dass Durs Grünbein im Wintersemester dort vortragen wird: Vom Stellenwert der Worte. Grünbein ist Lyriker und Essayist, seine Berliner Aufzeichnungen über »Das erste Jahr« des neuen Jahrtausends, fand ich damals spannend, las aber trotzdem nichts mehr von ihm. Bis vor kurzem: »Der cartesische Taucher. Drei Meditationen.« über René Descartes haben mich wieder neugierig auf mehr von Grünbein gemacht.

Vielleicht sollte ich mich auf in’s unwirtliche Westend von Frankfurt machen!?