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Vibrator

Nach Norman Fosters »The Gherkin« noch so eine von – manchen als erotisch empfundene – Gurke: Jean Nouvels »Torre Agbar« in der Gaudi-Stadt Barcelona.

Die Zeit der Quader scheint endgültig vorbei zu sein.

(via zeit.de, Bilder zum Torre Agbar bei der Wikipedia)

Building The Gherkin

Wie schon zuvor auf den Münchner Architekturfilmtagen lief der Film „Building The Gherkin“ von Mirjam von Arx nun auf dem DOKU.ARTS-Festival in Berlin.

Jeder, der in den letzten Jahren ‚mal in London war, hat The Gherkin gesehen: Das in seiner Form ungewöhnliche Hochhaus bestimmt die Skyline (mit). Der Film schildert in einem Mix aus Nähe und Distanz, aus intimen und werbetauglichen Bildern die Entstehung: Planungs- und Bauphase, Abstimmungen zwischen Auftraggeber (Swiss Re), City of London, Architekten, Bauunternehmer, kurz zwischen allen Beteiligten. Diese Aufgabe managt eindrucksvoll Sara Fox. Und so ist die toughe doch charmante Powerfrau Sara für mich der Held des Films. Norman Foster hatte die geniale Idee, sein Büro hat diese ausgearbeitet – doch ohne Sara wäre das Vorhaben nicht (termingerecht) Realität geworden.

Kann ein einziges Gebäude die Karriere eines Architekten beeinflussen, das Image einer globalen Firma und die Skyline einer Weltstadt?

Genau ein Monat und ein Tag nach dem Anschlag aufs New Yorker World Trade Center wird in London der erste Stahlträger eines neuen Wolkenkratzers in Position gehievt. Die Frage ist unvermeidlich: Ist es richtig, einen so Aufsehen erregenden Turm mitten im Londoner Finanzviertel zu bauen, auf einem Platz, wo schon einmal eine Bombe hochging?

Doch auch sonst gibt das vierzigstöckige Hochhaus Anlass zu Kontroversen. Norman Foster, einer der visionärsten zeitgenössischen Architekten, nennt sein Design des Swiss Re London Hauptquartiers „radikal – in sozialer, technischer, architektonischer und räumlicher Hinsicht“. Grösse und Form des neuen Turmes sind in der Tat so radikal, dass das Gebäude in den Medien von Beginn weg als „erotische Gurke“ bezeichnet wird.

Im The Guardian sang seinerzeit Jonathan Jones ein Loblied auf Fosters Bau als zeitgemäßer Ausdruck moderner Kunst: „A fine Pickle„. Jones stellt in diesem Sinne – Architektur als Kunst – The Gherkin in eine Reihe mit Gehrys Guggenheim in Bilbao (Kubismus) und Libeskinds Jüdischem Museum in Berlin (Expressionismus).

            

(Bilder und Zitat von der offiziellen Seite zum Film)