Posts Tagged: Hans Ulrich Gumbrecht

→ Gumbrecht – Digital/Pausen: Geist der Software: an Insider’s View

Hans Ulrich Gumbrecht fragt sich,

wo der Geist in der Gegenwart angekommen ist und wo er — Widerspruch wie produktives Weiterdenken anregend – nun strahlt, anders formuliert: zu fragen, wo jedes Jetzt sein intellektuelles Zentrum hat

Er wird nach Gesprächen mit einem Softwareingenieur im Silicon Valley (Oracle) fündig und orakelt auch, was Quantum Computers bringen wird. …read more

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Schichten der lt. Gumbrecht so schwer zu fassenden Irritation

1. die Frage nach der Funktionszuweisung und Kontrolle der früheren Geheimdienste innerhalb der gegenwärtigen weltpolitischen und technologischen Lage
2. ganz unklar bleibt vorerst, was denn ein positiver Begriff von Vertrauen unter politischen Bedingungen nach dem Ende des Kalten Kriegs sein könnte. […] und in diesem Zusammenhang fühlt man sich an Niklas Luhmanns Beschreibung des Vertrauens als “komplexitätsreduzierendem Mechanismus” erinnert.
3. ein – nicht nur tiefer, sondern auch komplexer – Unterschied zwischen der in Europa und in den Vereinigten Staaten vorherrschenden Auffassung des Verhältnisses zwischen Staatlichkeit und Privatsphäre der Bürger

→ Gumbrecht: Digital/Pausen | Intellektuelle Leidenschaft in der Drittmittel-Welt?

Feuilleton

Hans Ulrich Gumbrecht heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 04.09.2011, Nr. 35 / Seite 29:

Außer Frage steht, dass das deutschsprachige Feuilleton Teil einer – im wörtlichen Sinn – außergewöhnlichen Bewegung geworden ist. In eigener Sache will ich hinzufügen, dass es eine Überlebensfrage für die sogenannten „Geisteswissenschaften“ werden könnte, ob sie sich auf diese Bewegung einzustellen vermögen. Andernfalls droht der Erstickungstod an einer Gründlichkeit, die heute nicht einmal mehr akademische Kollegen erreicht.


Sonntagslektüren #2

Das Feuilleton der FAS macht mit einem großen, pixeligen Foto von Ai Weiwei auf. Drunter ein Text von Niklas Maak zum von ihm so bezeichneten Skandal der deutschen Ausstellung »Kunst der Aufklärung« in Beijing: »Ausgestreckte Hand, blutig«. Ich will die zynische Haltung des Dresdner Museumsdirektor Roth zur Verhaftung Ai Weiweis gewiss nicht verteidigen. Aber der ethische Rigorismus des Artikels und einer ganzen Reihe von „Kulturbloggern“ nervt, blendet dieser doch die Sicht ganz normaler chinesischer Ausstellungsbesucher aus. – Persönlich fand ich z.B. die Ausstellungen der Bundesrepublik Deutschland in der DDR, »Stadtpark Parkstadt« 1982 oder »Joseph Beuys: Frühe Arbeiten aus der Sammlung van der Grinten« (70.000 Besucher!, Zeichnungen, Aquarelle, Ölstudien, Collagen) 1988 sowie das Bob-Dylan-Konzert 1987, oder auch die Ausstellungen des französischen Kulturzentrums in Berlin Unter den Linden eher hilfreich. Gerade weil sie nichts mit der alltäglichen Realität zu tun hatten, wirkten diese…

Und dann war da noch, im Wirtschaftsteil, ein toller Text von Ralph Bollmann zur historischen und gegenwärtigen Angst der deutschen Liberalen (aller Parteien) vor dem Markt und dem freien Wettbewerb: »Staatsfreunde«.

Nachtrag: Hans Ulrich Gumbrecht über die Universitätskarriere des Romanisten Hans Robert Jauss, seines Professors in Konstanz: »Mein Lehrer, der Mann von der SS«. (Die Zeit)

Gelesen

Nun doch noch eine nachträgliche Buchung für 2010, die gelesenen Bücher. Um von den noch ungelesenen Neukäufen im Regal zu schweigen. Ist so schon schlimm genug.

Torloses Woodstock

Ja, ich weiß, noch ist’s nicht zu Ende. Zwei Spiele stehen noch aus, aber man darf trotzdem schon ‚mal etwas zusammenfassen, was in der Tendenz so offensichtlich ist, dass die Aussage Bestand haben wird. Hans Ulrich Gumbrecht, „unser“ Mann in Stanford (s.a. hier), definiert den „globalisierten Fußball“, wie wir ihn in den letzten Wochen sahen, als

„ein Spiel, das die Räume für die Ballaufnahme enger macht und für Pässe in den freien Raum verschließt; ein Spiel, in dem Ballsicherung und das Warten auf momentane Fehler beim Gegner im Vordergrund stehen; ein Spiel, das für große Strategen wie Pele oder Beckenbauer keinen Platz mehr hätte, aber beschleunigende und dann wieder verlangsamende Katalysatoren wie Zidane braucht; ein Spiel vor allem, das körperliche Fitness und kollektive Intensität belohnt.“

Und die partymäßige Stimmung kommentiert er, darin nah bei Theweleit, so: