Posts Tagged: Henri Cartier-Bresson

Funde (4)

Stephen Shore in einem Interview „on photography vs Instagram“, er ist fasziniert von den kreativen Möglichkeiten, die Smartphone-Kameras (und Social Media Plattformen) heute und künftig ermöglichen.
ALEXIS DAHAN — You are constantly learning and evolving, the same way the medium is constantly evolving.
STEPHEN SHORE — Yes. That is what’s fun for me.

.

Fibonacci Kurve, Goldenes Dreieck, … Kompositionsprinzipien einiger Cartier-Bresson-Klassiker. (Ich kann kein Vietnamesisch, nur schauen.)

.

Josef Koudelka begeistert Fans in Istanbul: „I never did any workshops. I’m still alive.“
Und er hat den Dr.-Erich-Salomon-Preis 2015 der DGPh erhalten.

Fotoausstellung im September

(Stopps auf der Fahrt von Digne-les-Bains nach Avignon: Montjustin, um das Grab von Henri Cartier-Bresson auf dem kleinen Friedhof zu finden. Sowie I’Isle-sur-la-Sorgue.)

»Une Histoire de la Photographie«, die Collection Lola Garrido, im Campedron centre d’art in I’Isle-sur-la-Sorgue, 4. Juli bis 4. Oktober 2015

Gezeigt wurden mir meist bekannte ikonographische Aufnahmen, zeitlich beginnend in den 1860er Jahren und endend mit dem 20. Jahrhundert. Die sorgfältige Hängung und Beleuchtung der Fotografien, meist in thematischen bzw. motivischen Gruppen fiel angenehm auf.

Fotobücher 2014

Photobooks_2014_20150105-_DSC3476_640

Meine „Ausbeute“ an 2014 neu erschienenen Fotobüchern: Es begann im Winter mit einem Zufallsfund (Alfred Seiland, Imperium Romanum. Opus Extractum) im Buchhandel, gefolgt von einer zufällig entdeckten, retrospektiven Ausstellung inkl. Buch zu Sergio Larrain in München, bekam noch einen Schub durch die Kölner Photokina, Photoszene und vor allem dem PhotoBookMuseum und endete schließlich kurz vor Jahresschluss mit dem exquisiten Reprint von Cartier Bressons »The Decisive Moment«.

Selbst in einer so kleinen, sorgfältig ausgewählten Sammlung gibt es Favoriten; meine sind aus fotografischen Gründen und solcher der Wiedergabequalität durch den Druck und das Papier:

1. Andreas Trogisch, Replies (Peperoni Books) (Vimeo)
2. Mona Kuhn, Private (Hatje Cantz) (Vimeo)
3. Giovanni Del Brenna, Ibidem (Eigenverlag) (Vimeo)

Die Bildkomposition

Man komponiert das Bild fast in dem gleichen Augenblick, in dem man den Auslöser betätigt, und je nachdem, ob man den Apparat näher an den Gegenstand heranrückt oder weiter entfernt, entwirft man die Einzelzüge, ordnet sie sich unter oder läßt sich von ihnen tyrannisieren. Manchmal kommt es vor, daß man unbefriedigt stehen bleibt und abwartet, daß etwas passiert, manchmal läuft alles auseinander, und man hat überhaupt kein Bild, manchmal erscheint jemand auf der Bildfläche – man folgt seinen Schritten quer durch das Blickfeld des Suchers, zögert immer noch, zögert, bis man schließlich schießt und in dem Gefühl heimgeht, etwas Vernünftiges mit nach Hause zu bringen. Später kann man sich dann damit amüsieren, auf dem fertigen Foto den Goldenen Schnitt oder andere geometrische Proportionen zu entdecken, und wird vielleicht bemerken, daß man instinktiv, indem man gerade in jenem Augenblick den Verschluß geöffnet hat, geometrische Relationen festgehalten hat, ohne die das Foto sonst amorph und leblos wäre. Die Bildkomposition muß uns zwar ständig beschäftigen, doch im Augenblick des Fotografierens kann der Gedanke an Sie nicht mehr als intuitiv sein, denn wir haben es ja mit flüchtigen Erscheinungen zu tun, an denen sich alle Beziehungen fortwährend ändern.

Henri Cartier-Bresson, Der entscheidende Augenblick – The Decisive Moment, New York 1952
Zitiert aus: Wolfgang Kemp und Hubertus v. Amelunxen, Theorie der Fotografie, Band I-IV, 1839-1995

Drei neue Fotoausstellungen

Der Besuch dreier Fotoausstellungen in der vergangenen Woche in Rom soll hier kurz protokolliert werden. Denn alle drei lohnen einen Besuch, wenn man vor Ort ist.

Erstens: T.R.I.P. TRAVEL ROUTES IN PHOTOGRAPHY 2014

IMG_1048Ein spin-off des Trip Magazines veranstaltet zum zweiten Mal die Ausstellung „Travel Routes in Photography“ mit dem Ziel, die Gedanken und Reise-Geschichten, wie sie sich in Fotografien repräsentieren, zu zeigen. (Dem Konzept ist ein Zitat von José Saramago vorangestellt: «The journey never ends. Only travellers stop. And even them, they can get back to it through memories and stories.») Die Ausstellungen finden in beeindruckenden historischen Gebäuden der Stadt Rom statt. Nach den Mercati di Traiano ist in diesem Herbst die Terme di Diocleziano der Ort der Ausstellung.

Drei Fotografen – Pieter Hugo, Narelle Autio und Alessandro Rizzi – präsentieren subjektive Bilder einer / ihrer Reise: Hugo zeigt übergroße Porträts seiner südafrikanischen Freunde und Bekannten (s. dort), Autio wiederum zeigt Unterwasseraufnahmen aus australisch-ozeanischen Gewässern (s. dort). Mich berührten (weil ein Sehnsuchtsziel) die Aufnahmen japanischer Straßen(ecken) – entstanden in Tokyo 2004/2012) von Alessandro Rizzi (s. dort) am meisten.

20141028-_DSC3208 20141030-_DSC3318

19. Oktober bis 18. Dezember 2014, Museo Nazionale Romano – Terme di Diocleziano

 

Zweitens: Henri Cartier-Bresson

20141028-_DSC3226Ebenfalls in einem besonderen Gebäude (wenn auch im Untergeschoss) – im von Richard Meier gebauten Museo dell‘ Ara Paris – ist eine vom Centre Pompidou und der Fundation Henri Cartier-Bresson Paris kuratierte Werkschau des Großmeisters zu sehen. Derartiges ist ja nun nicht gerade selten, das Werk Cartier-Bressons scheint auch dank technischer Reproduzierbarkeit sehr präsent zu sein. (Zuletzt habe ich z.B. die Mexiko-Bilder im Frühsommer in München gesehen, s. dort.)

Diese Ausstellung präsentiert die wohl wichtigsten Werke aller drei Perioden seines Fotografenlebens: die surrealistische Zeit, die Zeit des Engagements für die kommunistische Presse, sowie die Reporterzeit bei Magnum.

26. September 2014 bis 25 Januar 20115, Museo dell’Ara Pacis

 

Drittens: Giovanni Del Brenna: Ibidem

Und schließlich eine kleine, feine Ausstellung in der s.t. foto libreria galleria. Giovanni Del Brenna zeigt mit Ibidem Fotos, die zwischen 2002 und 2008 in den Metropolen dieser Welt entstanden sind, meist an Nicht-Orten. Marc Augé schreibt dann auch passenderweise ein Nachwort zum Buch. Del Brenna erklärt das rätselhafte Wort „Ibidem“ im Buch mit Hilfe eines Lateinisch-Wörterbuches übrigens so: adv. – in the same place, in that every place, just there; Lit. – in space: on the spot, immediately.

20. Oktober bis 5. November 2014, s.t. foto libreria galleria

 

Fotografie. Funde. (2)

Notizen an mich selbst, was passierte, letzte Fundstellen usw.:

Vor einiger Zeit habe ich die Ausstellung „Sergio Larrain. Retrospektive und Henri Cartier-Bresson. Mexiko“ in München gesehen, war von Larrains Fotos begeistert und habe daraufhin sofort den umwerfenden Bildband gekauft. (Überlicht war auch begeistert.)

Timo Nowack gab Fünf Fototipps für Rucksackreisende; sehr gut vor allem der erste Tipp! (Hier die Fotografien dazu: Panamericana)

Helmut Lethen gewann mit „Der Schatten des Fotografen“ den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse. Das war eine spannende Lektüre. – Ein Interview.

Steve Ellaway fotografierte aufwendig und in der Folge sehenswerte Bushaltestellen in Wales.

Gestern habe ich Anne Hennings inspirierende „Gedanken zur Unschärfe“ gelesen. – Heute „Die Geschichte der Unschärfe“ gekauft und im Archiv gekramt:

secession_vienna  DSC_4602_640_Porto
Wien (Secession), 8. August 2003, 12:31 Uhr (Kodak DC290, 18mm, f/3,0, 1/96) & Porto, 27. Mai 2010 16:07 Uhr (Nikon D70, ISO 500, 200mm (DX), f/11, 1/400)

Henri Cartier-Bresson


Fotografieren heißt, gleichzeitige Erfassung eines Ereignisses und innerhalb von Sekundenbruchteilen die genaue Anordnung des visuell Wahrgenommenen, das es wiedergibt und seine Bedeutung ausmacht. Es bedeutet Kopf, Auge und Herz auf dieselbe Augenhöhe zu bringen. Es ist eine Art zu leben.

Henri Cartier Bresson

Eine phantastische Retrospektive des Meisters begann heute in Berlin, geniale Bilder sind zu sehen.