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Das Netz – Lutz Dammbeck

Lutz Dammbecks Film »Das Netz« war 2005 Thema hier im Blog. Da Michael Wald die Videos in der Tube gefunden und verlinkt hat, gibt es hier ein kurzes Auftauchen.

(alle 12 Teile)

Conceiving Ada

Nach dem eher als „drückend“ empfundenen Abend mit Joseph Weizenbaum noch einmal das Filmscript von Lutz Dammbeck »Das Netz« gelesen. Darin: David Gelernter, Computerwissenschaftler, Autor des Buches und CEO von Mirror Worlds, und seine Vison einer zukünftigen virtuellen Gesellschaft, die nur noch auf Software basiert. Auf Basis einer Software, die nicht wie Windows und Unix die Daten in Ordnern verwaltet, sondern in einem einzigen, schwarmförmigen „Zeitstrom“, wo alles gleichzeitig verfügbar ist und man nicht überlegen muss, wo es sich befindet. (Erinnert mich an Konzepte wie das von Pile (s.a. Die paranoide Maschine.)

Dann auch den zauberhaft-aufrührerischen Film von Lynn Hershman-Leeson »Conceiving Ada« wiedergesehen. Tilda Swinton als Ada Augusta Lovelace, sehr eindrucksvoll. Conceive steht laut Leo übrigens für: ausdenken, begreifen, ersinnen, fassen, konzipieren, verstehen, schwanger werden. Conceiving Ada: Ada zeugen.

Es geht weiter, Zukunft bleibt spannend!

Das Netz & Die paranoide Maschine

Im April hatte ich den sehr interessanten Film »Das Netz« von Lutz Dammbeck gesehen (und hier darüber geschrieben). Es geht um Technik- und Wissenschaftsgeschichte des Computers, der Informationstechnik und Kybernetik, insbesondere an den Schnittstellen zur Biologie, es geht um die Ein- und Angebundenheit dieser in der Gesellschaft und an Persönlichkeiten. Es geht um das Phantasma von Technokraten, Alles und Jeden kontrollieren zu können. Es geht darum, wie sich Wissenschaftler dem aus mir verständlichen Ehrgeiz hingeben – oder eben verweigern. (Wobei nicht jeder Verweigerer zum Unabomber wird.) Dammbeck betrachtet die Sache mit dialektisch geschultem Blick, kritisch aber ganz und gar nicht technik- oder wissenschaftsfeindlich.

Dieses jedoch unterstellt ihm ein anderer Autor: Peter Krieg, über dessen Buch »Die paranoide Maschine« ich mich vor kurzem hier ausführlich ausgelassen habe. Lutz Dammbeck per Mail:

Die Sache mit Peter Krieg, den ich als Filmemacher immer schätzte, hat insofern einen ironischen Aspekt, weil er bisher die schärfste Kritik an mir + Film formuliert hat (nach einer Vorführung Ende 2003 im Wittgenstein-Haus in Wien zum HvFoerster-Kongress:“.. war entsetzt ueber die talibanistische Technikkritik, die eigentlich voellig die Position des Unabombers uebernimmt…eine paranoide Darstellung der Geschichte der Kybernetik…das ganze war wie die Auferstehung des guten alten DDR-Propagandafilms aus den Zeiten des Kalten Krieges…“usw.)

Ich kenne die Motive des Herrn Krieg für diesen Rundumschlag nicht. Egal, sein Buch »Die paranoide Maschine« bleibt bemerkenswert. Und der Film »Das Netz« zieht weiter seine Wirkungskreise, ist in den Seminaren einiger Hoch- und Fachschulen und Kunstakademien angekommen, führt zu Folgeprojekten. Interessant finde ich vor allem Travestien der Kybernetik – Die Macy-Konferenzen und ihr Einfluss an der FU Berlin.

s.a. die Website zum Film »Das Netz«

Das Netz (2)

Der Film »Das Netz« vom Künstler Lutz Dammbeck hinterlässt mich mit mehr Fragen als Antworten, so ist das halt mit dem Wissen über die Dinge, die uns umgeben, die wir produzieren.

Dammbeck sucht nach den Wurzeln des Netzes, nach den Bedingungen seines Entstehens. Dabei beleuchtet er zum Beispiel das Aufkommen und die Wirkungen der damaligen Leitwissenschaft Kybernetik, Gödels Unvollständigkeitssätze (und Paranoia), die Forschungen der CIA mit LSD in Harvard, das Aufkommen von Multimedia und McLuhans Reflexionen darüber, das Entstehen der Computerkultur auf der Basis von Hippieness, von Foersters Verquickung von biologischen mit digitalen Systemen, SAGE und Arpanet als Reflex auf den Sputnikschock, informelle Treffen und Feste von Kulturmenschen mit Computerforschern und Strategen, die Studie von Adorno / Horkheimer über „Die autoritäre Persönlichkeit“.

No Limits, Just Edges. (Jackson Pollock, nicht im Film, aber von von Foerster sinngemäß zitiert.)

Einer steigt aus: Ted Kaczynski, der spätere „Unabomber“.

Von ihm, vom Manifesto, von seinen eigenen, das Netz rekonstruierenden Graphen ist Dammbeck allzu fasziniert, nach meinem Geschmack. Spannender finde ich vielmehr Gelernters Paradigma, demzufolge Software das Leben spiegeln kann und sollte: „Mirror Worlds“.

Habe keine Links gesetzt, der kurze Text würde fast nur aus solchen bestehen. Möge uns Dammbecks umfangreiche Website und die Wikipedia – das Netz – erhalten bleiben.

Das Netz (1)

Ich habe den gleichnamigen Film von Lutz Dammbeck noch nicht sehen können, bisher nur eine Rezension gelesen. Aber auf seiner Website findet sich eine Menge Material zum Sich-Verlieren.