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Heinz Sauer & Michael Wollny

Ein Sonntagmorgen im Garten des Liebieghauses, zwischen Skulpturen, unter Bäumen – ein schöner Ort für ein intensives Hörerlebnis.

Das Jazz-Duo Heinz Sauer & Michael Wollny hatte gestern den sommerlichen Regen als Partner. Es funktionierte erstaunlich gut.

Wollny weitet seinen Aktionsradius neben dem Flügel immer mehr aus: elektronische Experimente auf Keyboard und mit MacBook passten sehr gut zum Grollen über uns…

Short Cuts #5

Die Feuilletons der Zeitungen »Die Zeit«, »F.A.Z.« und neuerdings auch »SZ« üben seit einigen Wochen Debatte [1]. Sie spielen über Bande, allerdings auf verschiedenen Tischen. Die Argumente treffen nicht, die Animositäten häufen sich. Der, der vor Monaten mit einem kurzen Text und einem Vorschlag den Anlass dazu gegeben hatte, hat inzwischen nachgegeben. Vielleicht ist er in der Sache nicht so sehr von seinem Vorschlag abgerückt, wer weiß schon, dafür gibt er nun aber den in der Tiefe seines Herzens beleidigten Sozialdemokraten. Wer soviel schreibt und redet wie Peter Sloterdijk, der verstrickt sich vielleicht irgendwann im eigenen Wortdickicht. (»Cicero« und »Der Spiegel« springen auf den fahrenden Zug auf, bieten sich dafür, für Verstrickungen, als Boulevard an.)

Das Übungsbuch, »Du mußt dein Leben ändern«, habe ich im Übrigen nach der Hälfte des Stoffes erst einmal, vorläufig, zurückgestellt. Beim ausschweifenden Reden des Autors über Askese hatte ich das Ziel des Übens aus den Augen verloren.
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»Jazzthing« hat Michael Wollny auf dem Cover seiner aktuellen Ausgabe; die Titelstory ist eine subjektive Annäherung an Wollnys »Wunderkammer«, ein Projekt mit der aus Israel stammenden, in Basel lebenden Cembalistin Tamar Halperin. »Wunderkammer« ist wohl auch aus Überdruss an der Wiederholung des ewig Gleichen entstanden.

Im Oktober konnte ich Wollny mit eben diesem Projekt im Frankfurter Hof in Mainz erleben. Sein artistisches Pianospiel ließ mich staunen.
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Das Darwin-Jahr 2009 ist das Jahr von Julia Voss. Als Autorin und Redakteurin trägt sie zum vielfältigen Darwin-Special der FAZ bei. Besonders »Darwins Jim Knopf«, eine psychoanalytische Arbeit zu Michael Endes »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer«, von ihr interpretiert als des Autors Auseinandersetzung mit der Darwinschen Evolutionstheorie und deren Pervertierung im Nationalsozialismus, erregte einiges Aufsehen. [2] Dafür hat ihr die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Sigmund-Freud-Preis 2009 für wissenschaftliche Prosa verliehen.

Auch ihre Dankesrede bringt Lesegenuss.

[1] Rudolf Maresch beobachtet und analysiert auf Telepolis, es ist das Beste und Fundierteste, was man weit und breit dazu lesen kann. Zum Beispiel da, da, und vor allem da: Der Horst Seehofer der deutschen Philosophie.
[2] hier ein Abriss des bei Fischer erschienenen Essays: Jim Knopf rettet die Evolutionstheorie