Posts Tagged: Open Source

25 Jahre GNU

RMS auf der 1. WOS-Konferenz in Berlin 1999

Am 27. September vor 25 Jahren kündigte Richard M. Stallman mit einem Posting „new UNIX implementation“ in den Newsgroups net.unix-wizards und net.usoft GNU an. Was seitdem passierte, ist Legende. Wir alle nutzen alltäglich GNU-Software, viele wenden diese bewusst und aktiv an, die meisten schätzen die GPL. – Freie Software ist zum Glück aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Umfassende und kenntnisreiche Würdigungen werden in diesen Tagen verschiedentlich gesungen, z.B. in iX 10/2008, S95ff. Ich persönlich kann seit meiner „Erweckung“ nicht mehr ohne GNU; es ist als User einfach toll und produktiv, auf den verschiedensten Unixen (selbst unter Windows) die gleiche Software zu benutzen: emacs oder vim, gcc, die shellutils und die bash, sowie vieles mehr, nicht zu vergessen da unverzichtbar: die zahlreichen freien Softwarebibliotheken. Vielleicht ist es ein Segen, dass man bei der FSF zunächst das Augenmerk auf die User-Level-Software gerichtet hat. Ob man den GNU-Kernel Hurd braucht, vermag ich nicht einzuschätzen. Ist eine Konzentration auf GNU/Linux nicht besser?

Herzlichen Glückwunsch!

Handfeste Arbeit macht Spaß!

Ich habe heute das erste Mal seit ein paar Jahren wieder eine Linux-Kiste nicht nur just for fun, sondern für den produktiven Einsatz aufgesetzt. Und im Gegensatz zu früher habe ich Debian (Etch) genommen. Debian-Installationen hatte ich als etwas nicht sooo Angenehmes in Erinnerung, deshalb war ich heute positiv überrascht. Die Paketauswahl ist zwar etwas merkwürdig geraten, einige wichtige fehlten gar, auch laufen noch ein paar unnötige Dienste zuviel, aber das wächst sich ‚raus.

Wozu das Ganze? Ich möchte für uns ein kleines Intranet, zunächst nur auf Basis von Serendipity und WebCalendar, bauen.

Impressionen vom Linux-Tag

Nach Stuttgart (2001) und Karlsruhe (2002, 2003) war ich dieses Jahr ‚mal wieder auf dem LinuxTag, allerdings nur am letzten Messetag, am Samstag. – Schließlich fand der LinuxTag das erste Mal in Berlin statt.

Man kann an einem Tag sechs einstündige Vorträge schaffen und in der Zwischenzeit sich bei den Ausstellern noch detailliert mit Informationen versorgen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, würde ich sagen.

Zu sehen gab es nicht nur Linux (auffällig oft auf Apple-Hardware, den Intel-Macbooks) und jede Menge Open Source Software unter Linux. Zu sehen gab es auch einige Hardware, z.B. die auf jeweils eigene Art faszinierenden Sun X4600M2 8xAMD Opteron Server und OLPC-Laptop. Das interessanteste Projekt war OpenStreetMap mit keinem geringen Ziel als

Creating a free map of the world

Wer schon einmal, und wenn auch nur flüchtig, in die Büchse der Pandora der unterschiedlichen Copyrights beim gedruckten oder online befindlichen Kartenmaterial geschaut hat, kann das Verdienst der Akteure nur würdigen. Da die Daten mühsam via GPS aufgenommen, Straßennamen und anderes notiert, alles zusammen dann im wiki-like OSM-Editor gepflegt wird, und man auch zur Verifizierung nur eigene, freie Daten benutzt, geht die Sache nur langsam voran. Und die Serverhardware ächzt.

Was gibt’s von den besuchten Vorträgen zu berichten: Die Java- / J2EE-Spezialisten von Infopark (NPS) haben ihr erstes größeres Kundenprojekt mit Ruby on Rails gemacht – und zeigten sich begeistert von der Produktivität (etwa 100% Steigerung) und dem Komfort des Frameworks. Hinsichtlich Skalierbarkeit und Performance wird man sehen… Bei der parallelen Live-Installation von Ubuntu und Kubuntu ging mehr schief, als die Werbung verspricht… Das neue Feedback- und Umfragen-Modul von Moodle freut sich die Anwender, die es einsetzen. Es sieht aber so aus, als ob es auch nicht mehr kann als PHPSurveyor, pardon, LimeSurvey. Der interessanteste Vortrag für mich war der von Markus Wirtz von Open Source Press. Er setzte sich kritisch mit Richard Stallmans Freiheitsbegriff (siehe GPL) und dessen Übertragung von der Software auf das Verlagswesen auseinander. Wirtz hörte die von Stallman auf der FOSDEM 2005 erneut vorgetragenen Angriffe auf die Verleger. – Gute Bücher zu machen ist nämlich noch ‚mal etwas anderes als Cookbooks, Kurz-und-Gut-Hefte, Manuals, HowTos zu schreiben. Notwendig und sinnvoll ist beides.

Und es gab reichlich Munition zum Üben des Distributionen-Weitwurfs aka Installieren.



GNU Emacs

Nach über zwei Jahren ist ‚mal wieder ein Update für die eierlegende Wollmichsau namens Emacs erschienen! Und hey, sogar ein neues Major-Release (22.1)!

Open Source Jahrbuch 2007

In wenigen Tagen erscheint das »Open Source Jahrbuch 2007«. Dieses wurde, wie in den vergangenen Jahren, von einem Team um Bernd Lutterbeck am Lehrstuhl Informatik und Gesellschaft der TU Berlin editiert, und reflektiert wieder die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Freie Software, Open Source, Open Access und Open Content. Es geht nicht um technischen Geek Stuff, sondern um historische, kulturelle, ökonomische und rechtliche Grundlagen oder Überbau, je nach Blickwinkel. Mehrere prominente Autoren konnten gewonnen werden, z.B. Richard Stallmann, Bruce Perens, Gundolf S. Freyermuth und Franz Nahrada (1, 2, 3).

Bisher habe ich „nur“ einen Überblick über die Kapitel „Open Access“ und „Das Prinzip Open Source“ gewonnen. In Letzterem finden sich mit Freyermuths und Nahradas Beiträgen mich überraschende Perlen.