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Die Zukunft der Stadt

Die Zukunft der Stadt – Explodieren Schrumpfen Konkurrieren ist der Schwerpunkt eines zufällig erlangten, interessanten Heftes „Kulturaustausch“ des Institutes für Auslandsbeziehungen.

Es gibt interessante Beiträge, einige sind online wie der von Klaus Töpfer (Der Chaosplanet). Der des niederländischen Architekten Rem Koolhaas (Mut zur Lücke. Wir verplanen jeden Quadratmeter. Was dabei herauskommt, hat mit einer lebendigen Stadt nichts zu tun.) leider nicht. Deshalb und auch aus aktuellem Anlass hier eine schöne Passage über Überwachung, London und pro Vielfalt:

Im Rahmen einer Bestandsaufnahme davon, was die Stadt ist und was uns womöglich verloren gegangen ist, analysierte unser Büro anhand eines 40 Jahre alten idyllisch anmutenden Bildes der Isle of Wight, was heute alles nicht mehr möglich wäre. Das geht schon bei den Stoffüberdachungen los, die heutzutage mit dem CCTV-Kamera-Überwachungssystem in Konflikt geraten würden; es geht weiter mit den chaotisch geparkten Lieferwagen, den religiösen Symbolen im öffentlichen Raum und den verdächtigen Regenmänteln, mit denen die Menschen an einem sonnigen Tag herumlaufen. Mit anderen Worten: Was auf den ersten Blick einer Idylle entspricht, enthält genaugenommen eine Reihe irritierender Elemente, die wir heute nicht mehr tolerieren. Für mich ist das ein wichtiger Punkt, und ich denke, hier ist uns definitiv etwas verloren gegangen.
Es dauerte lange, bis ich London lieben lernte, aber zu seinen größten Vorzügen zählen für mich heute gerade die vielen Beispiele mangelhafter Stadtplanung, die mittelmäßige bis schlechte Architektur und die vernachlässigten Stadtviertel, in denen jedoch die unterschiedlichsten Menschen wohnen. Es handelt sich um das Gegenteil dessen, was wir professionell anstreben.