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(X)HTML-News

HTML 4,5 u/o XHTML 1,2 – kein Standard wird sich so stark durchsetzen, dass er den „Widerpart“ aus den Weiten des Web verdrängen wird. Wie Ende 2006 gemeldet, nimmt nun das W3C die Arbeit an HTML 5 wieder auf.

In der iX lese ich über semantisch-pragmatische XHTML-Elemente, die man beabsichtigt, den Browserherstellern als Futter hinzuwerfen. Die Umsetzung wird erfahrungsgemäß unterschiedlich sein. Als Webber wird man die neuen Block- und Inline-Elemente – hurry, irony/ironic, polite, secret/secretly, understatement – besser als eine individuelle und nicht xml-konforme Realisierung mit CSS oder Smileys finden.

(via golem.de, heise.de und iX)

Alles wird anders als es werden sollte

Ende des Jahres kam Bewegung in die festgefahrene Situation bei den Webstandards, maßgebliche Personen bewegten sich. Tim Berners-Lee will eher HTML 5 entwickelt sehen, statt XHTML 2 – obwohl allgemein eine konsequente XMLifizierung für das Semantic Web als notwendig erachtet wird.

In c’t 1/07 wird es um Webstandards im Wandel gehen. Der Redakteur Herbert Braun stellt interessante Interviews mit Opera’s CTO Håkon Wium Lie, Mathias Schäfer von SELFHTML und Björn Höhrmann (Ex-W3C) sowie weiterführende Links online zur Verfügung.

Man kann die gegenwärtige Phase vorsichtig so einschätzen, dass sich Pragmatismus gegen „reine Lehre“ und Formalismus sowie vermeintlichen oder echten Overhead durchzusetzen scheint. Wird der XML-Boom in der Folge abflauen? Kann eine vergleichbare Entwicklung auch bei der Benutzung von UTF-8/16 statt ISO-8859-x passieren?

Mal sehen, wie lange ich noch bei XHTML 1 und UTF-8 bleibe(n kann).

Dies ist ein Update zu Alles bleibt wie es ist.

Semantik und leere Mitte

Thomas Gross hat den Stand der Web-Dinge begutachtet und in der Zeit sieben Thesen zur digitalen Zukunft aufgestellt. In These 4 – Öffentlichkeit individualisiert sich – gefällt mir nach dem ersten Lesen und Nachdenken seine Einschätzung zur letztlichen Aussichtslosigkeit der Versuche, mit User-Tracking, raffinierten Algorithmen oder gar dem semantischen Web so etwas wie eine neue Ordnung des Wissens in das individualisierte Web-Klicken und -Publizieren zu bringen.

Suchmaschinen sollen helfen, indem sie unablässig im Meer der Information fischen, sie zeigen Trefferquoten und ordnen das Wissen von oben nach unten: Was häufiger angeklickt wird, wandert auf die Spitzenplätze, der Rest sinkt gen Grund. Kommerzielle Anbieter liefern mittlerweile schon aus Eigeninteresse Orientierungshilfe: Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, interessieren sich auch für den Künstler XY – und rufen Sie bitte auch Ihre persönlichen Empfehlungen ab! Ein Algorithmus versucht, die Netzbewegungen des Surfers mit anderen abzugleichen und zu einem aussagekräftigen Bild zu verrechnen. Doch das semantische Web, von dem die Programmierer träumen, wird vorerst Illusion bleiben. Solange kein künstliches Denken die reale Vernetzung der Information zu erfassen vermag, erleiden die Versuche, das Unhierarchisierbare zu hierarchisieren, regelmäßig Schiffbruch.

Die tatsächliche Bewegung im Netz folgt einer Logik des Epidemischen, die von Bloggern, Zukunftsforschern und Mediaunternehmern als „Schwarmintelligenz“ beschrieben wurde. Das Bild ist schief, weil es die mediale Ausweitung des Körpers mit natürlichen Vorgängen in eins setzt. Tatsächlich handelt es sich um einen Netzwerkeffekt: Der Schwarm schwimmt einfach nur in die Richtung, in die alle anderen auch schwimmen beziehungsweise klicken. Dennoch ist damit etwas Richtiges benannt: Die Art und Weise, wie Internet-Inhalte sich verbreiten, folgt keinem steuernden Subjekt. Der Prozess ist reine Dynamik, er kreist um eine leere Mitte.

Ich empfehle, den Text im Zusammenhang mit F.I.C.C. the WWW bei Telepolis zu lesen. Dort gibt es einige super Vorschläge für neue semantische HTML-Tags. Was durchaus ein produktiver Ansatz ist, weil doch offenbar selbst der unermüdlich für das semantische Web werbende Vordenker Tim Berners-Lee den potenziellen Nutzen nicht plausibel erklären kann.

Mir gefällt besonders

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Blendet sämtliche textliche und multimediale Informationen aus. Im usermode sieht der Nutzer unabhängig von der angesteuerte Website ein leeres Browserfenster.