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→ Datenschutz in Bibliotheken: Sie nennen es Service, dabei ist es Torheit

Roland Reuß gewohnt wortmächtig / überdrehend, aber vielleicht – wenn man das gelegentlich überzeichnende Firmen-Bashing ausblenden kann – zum Innehalten und Nachdenken anregend: …read more

Source: Instapaper Liked

s.a. dort 1, 2, 3 sowie hier im Blog 1, 2

Angst vor Wikipedia und Google?

Die vom Grazer Informatik-Professor Maurer in den Ring geworfene Materialsammlung »Report on dangers and opportunities posed by large search engines, particularly Google« schlägt im Web Wellen. Darinnen, im Paper, wird auch eine Google-Wikipedia-Verschwörung behauptet. Die Wikipedia schlägt derweil wieder einmal in einem Test, dem Stern-Test, den Online-Brockhaus. Tja, und weil sie so gut ist, und Google zu Wikis und Blogs eine technisch bedingte Affinität hat… Für manche naht der Untergang des Abendlandes.

Ich bezweifle, ob alternativ große staatliche Monopole besser wären.

Ich meine, man sollte nicht auf das Medium einprügeln, wenn an Missständen wie Unfähigkeit zu methodisch sauberem wissenschaftlichem Arbeiten und zu quellenkritischer Rezeption mehr als berechtigte Kritik geübt wird. Es gibt ein gesellschaftliches Vermittlungsproblem hinsichtlich Informations- / Medienkompetenz.

Wenn wir da draussen im Web statt der qualitativ hochwertigen Quasi-Monopole viele kleine, niedliche Ersatz-Googles und -Wikipedias hätten, wären die genannten Kompetenzdefizite auch nicht etwa verschwunden.

Man kann sich ein Meinungsbild zum Paper und seine Autoren sowie deren Rezeption machen, indem man die Diskussionen in der Mailingliste Inetbib (Thread im Webarchiv, etwas zeitversetzt) verfolgt – oder die Kommentare bei Mathias Schindler liest.

[UPDATE:] Ein Testbeispiel für Wikimedia-Treffer bei Google & anderen Suchmaschinen für den Begriff „Ironie“.
[UPDATE 2:] Ko-Autor Stefan Weber: Wikipedia IST höchst problematisch – Fallbeispiele, auf Inetbib

Unkritischer Umgang mit Internetsuchmaschinen?

Experten warnen vor sinkender Wissensqualität und sehen die Ursache im unkritischen Umgang mit Internetsuchmaschinen. – Man prügelt auf das Medium, aus Angst … wovor eigentlich? Natürlich steckt im Deep Web ’ne Menge wertvolles Wissen, was leider nicht ausreichend erschlossen und zugänglich ist. Und Informationsgewinnung kann selbstverständlich auch aus dem Brockhaus unkritisch erfolgen.

Auf Inetbib wird diese „Expertenhaltung“ von Klaus Graf zu Recht angeprangert, Rainer Kuhlen pflichtet bei:

Es ist durch empirische Untersuchungen hinreichend nachgewiesen, dass eine pauschale Aussage, dass ein Brockhaus wesentlich wertvoller ist als die Wikipedia, eindeutig falsch ist. Man kann tausende Wikipedia-Artikel angeben, aus denen kritische Studierende wesentlich substantiellere Informationen entnehmen koennen als aus dem Brockhaus.

Fundierte Informationen sind via OAIster oder Google Scholar oder Google Book Search oder Google Websuche sehr wohl zum Nulltarif (also ohne zusaetzliche Lizenzkosten) zu haben. Nach meiner langjaehrigen Erfahrung bieten kostenfreie bibliographische Datenbanken im Netz sehr wohl bessere bzw. wertvolle ergaenzende Informationen als die in den Hochschulnetzen Angebotenen.

(via inetbib)

Suchen als Kulturtechnik

Ich meine nach wie vor, daß das „Suchen“ eine (Kultur-)Technik ist, die dem derzeitigen Web adäquat ist. Suchmaschinen bieten uns das Web auf diese Weise dar, und wir nehmen es auf diesem Weg wahr. Das ist nicht zu „verbessern“, es kann nur durch ein qualitativ anderes Angebot ersetzt werden. Dessen Erscheinen auf der Bühne kann man aber nicht erzwingen, es kommt, wenn die Zeit dafür reif ist, und zwar unabhängig vom Ressourceneinsatz und vom Know-How eines Projekts.

Jürgen Fenn im InetBib-Thread „Warum gelingt keine ernsthafte Konkurrenz zu Google„; dem ist nichts hinzuzufügen.

Lange Nacht der Wissenschaften 2007

Am kommenden Samstag ist wieder die klügste Nacht des Jahres und es wird langsam Zeit, sich aus der Fülle der Angebote etwas herauszusuchen und die Route zusammenzustellen. Zumal ich dieses Jahr an diesem Abend frei und nicht in Wildau dabei bin. (Das dortige Programm ist natürlich Spitze!)

Mich zieht’s ins Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik. Die dortigen Themen Supercomputer & Datenroboter, Gesichtserkennung & 3D-Modellierung, graphentheoretische Anwendungen, verteiltes Datenmanagement sowie Web2.0 für Wissenschaft und Bibliothek klingen doch sehr vielversprechend.

Auch im Zentrum Mensch-Maschine-Systeme stehen zumindest zwei mich interessierende Themen auf dem Programm: eine prototypische Suchmaschine zur Mustersuche in visualisierten Daten sowie das Brain-Computer-Interface.