Posts Tagged: USA

Der Westen und der Osten

Rudolf Maresch erklärt auf Telepolis in einem zweiteiligen Artikel
Der Osten wird der „neue Westen“
Der Westen wird zum alten Osten
sehr plausibel und lesenswert, warum in ein paar Dekaden sich die globalen Machtverhältnisse umgekehrt haben werden.

Übrigens: Auf die von ihm angesprochene Schanghai-Connection bin ich 2006 in der NZZ / hier im Blog gestolpert.

Pocahontas und der Fortschritt

Vor 400 Jahren begann in Virginia die Besiedlung Nordamerikas durch die Engländer. Dieses Jubiläum muss gefeiert werden, und deshalb ist Queen Elisabeth II nach längerer Zeit ‚mal wieder in den USA. Die SZ berichtet heute von ihrer Rede vor dem dortigen Parlament mit der unmittelbaren Aufeinanderfolge ausschließlich dieser zwei Sätze. Ersterer ist aus der Rede der Queen:

„Menschlicher Fortschritt entsteht allerdings selten ohne Preis.“ Von den 15.000 Indianern, die 1607 in der Region lebten, starben etwa 13.500 durch Kämpfe, Vertreibungen und Krankheiten.


Strange Culture

Die Berlinale steht vor der Tür, und im Panorama wird Lynn Hershman Leeson’s (s. hier) „Strange Culture“ gezeigt! Es ist ein Film über den College-Professor und Performance-Künstler („Bio-Art“) Steve Kurtz.

Offensichtlich wurde »Strange Culture« bereits in Second Life gezeigt; ich freue mich auf ein RL-Screening in Festival-Atmosphäre – mit meiner Lieblingsschauspielerin Tilda Swinton (rechts mit Apfelbook am Set).

(Website zum Film, mit zahlreichen Links)

Vorurteile

Es macht immer wieder Spaß und bringt mir viel, wenn eigene lieb gewordene Vorurteile erschüttert oder hinweggefegt werden. Auf sehr intelligente und informative Weise ist das Rudolf Maresch (Telepolis) und Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford) mit einem vierteiligen Gespräch gelungen, das jetzt endlich vollständig verfügbar ist. (1, 2, 3, 4)
Gumbrecht ist vor Jahren in die USA übergesiedelt, lehrt in Stanford Literaturwissenschaft. In den Gesprächen geht es um Einwanderung und Staatsbürgerschaftsrecht, um Rassismus und Huntingtons »Kampf der Kulturen«, um universitäre Bildung und den Bologna Prozess, um das Verhältnis von Freizeit und Arbeit, um Säkularisierung und Religion im Alltag, um College-Sport und Patriotismus, um das Ansehen Amerikas in der Welt und das Selbstverständnis, um Europa und das Verhältnis zur USA, um das Versagen der Geistes- / Kulturwissenschaftler. Dabei ist immer wieder zu spüren, wie Maresch trotz seiner Offenheit und Symphatie für Gumbrecht mit auch mir vertrauten (europäischen) Vorurteilen bei ihm aufläuft. – Sehr lesenswert!

Mein Punkt ist, dass es auf dem Bildschirm meiner Erfahrungen und Lektüren zu viele europäische Intellektuelle gibt, die glauben [wie du vorhin sagtest], sich in und mit Amerika besser auszukennen als die Amerikaner.