The Dingle Way, Part 1/2

Von Cork nach Tralee, der County-Hauptstadt von Kerry. (Die Kerrymen sollen übrigens die Ostfriesen Irlands sein.) Tralee ist der Anfangspunkt unseres Vorhabens, den Dingle Way zu bewandern. Über Tralee selbst gibt’s nicht viel zu sagen, wir flüchteten schnell vor dem Beauty-Spektakel Rose of Tralee. (Splitter davon dann Tage später im irischen TV: unglaublich, wie intelligente Mädels sich wegen des Titels auf der Bühne entblöden.)

Mit dem vollen Gepäck auf dem Rücken und der sehr guten Karte & Wegbeschreibung in der Hand, standen uns 160 km (Ja, wir gestatteten uns ein paar kleine Abweichungen. Was wäre das für ein Leben, ohne Abweichungen?) in 8 Tagesetappen – von B&B zu B&B – bevor. Im Grunde einmal rund um die Dingle Peninsula, einer Halbinsel mit herrlicher Landschaft und mit freundlichen Gastgebern. Und trotz der Saison wenigen anderen Wanderern.

Hier ein paar Fotos und Kommentare zu den Etappen:

Der Dingle Way beginnt in Tralee, links das erste Wegzeichen, ohne weitere Hinweise. Der Weg ist insgesamt sehr gut ausgewiesen, wenn auch nicht immer so wie im rechten Bild: an dieser Kreuzung schließt sich der Kreis des Dingle Way.

    

1. Tagesetappe, von Tralee nach Camp

etwa 18 km und 7,5 h, zum Eingewöhnen ein teils gar nicht leichter Track, ein Hauch von Blood, Sweat & Tears für den Novizen des Langstrecken-Wanderns 😉

    

2. Tagesetappe, von Camp nach Anascaul

etwa 17 km und 5 h, nice walking, a lovely way and a lovely countryside 🙂

    

abends in Anascaul, am gleichnamigen River

    

abends in Anascaul, vor Dan Foley’s (†) berühmten Pub

abends in Anascaul, vor dem vom Antarktisfahrer Tom Crean (†) gegründeten Pub South Pole Inn (Der aus der Gegend von Anascaul stammende und inzwischen als local hero anerkannte Tom Crean war als Ire im Dienste der englischen Marine dreimal mit Scott bzw. Shakleton in der Antarktis.)

3. Tagesetappe, von Anascaul nach Dingle

etwa 19 km und 6 h, der einzige Tag praktisch im Dauerregen und mit viel Nebel

    

Minard Castle, im 16 Jhdt. erbaut und 1650 wie so vieles andere auch von Cromwells Truppen zerstört; die Bucht am Minard Castle

eine Brücke aus alten Zeiten, angeblich sollen da Truppen der Stärke 800 drübermarschiert sein!


Ireland has an extraordinary amount of weather for a small country. By far the highest concentrations occur along the western sea-board. But smaller deposits are distributed all across the country; even in Wexford and Waterford – part of Ireland humorously known as the ’sunny south-east‘.

Much of the weather originates hundred of miles out to sea in form of so-called ‚Atlantic weather systems‘. But the time it reaches Ireland, however, any trace of a system has usually disappeared. In Kerry, as you’d find out when trying to plan a picnic, it’s not unusual to experience all four seasons in the same afternoon.

The Irish talk about the weather constantly which results in a certain amount of exaggeration. But Ireland’s weather is not nearly as interesting as the Irish pretend. There are no real extremes. Winters are mild, summers are cool, and the temperature of the rain is often the only reliable clue to what time of year it is.

The tendency to dramatise the climate does not extend to preparing for it. In fact, with the contrariness of which Freud despaired, the Irish manage simultaneously to exaggerate the weather while being in denial about it. Despite overwhelming evidence that it rains a lot, few people own proper waterproof clothes. Possession of a good umbrella marks you out as fussy. Many Irish secretly scoff at visitors who tour Ireland in tent-sized raincoats, as they’re the eccentrics.
Deep down the Irish believe that a century of recorded weather statistics is just run of bad luck that’s bound to the end soon. Thus, after as few as two consecutive dry days, they react with shock to the return of rain as a betrayal by the elements that could not have been foreseen. It’s one of the great paradoxes of the Irish: the inclination to talk about the weather all the time and never to learn anything from the conversation.

abendliche Straße in Dingle, sonntags

    

Blick auf den abendlichen Hafen von Dingle, sonntags
Die Stadt war noch voller irischer Wochenend-Ausflügler. Es gab Regatta und andere Brot & Spiele; am Hafen hatte man – in der Öffentlichkeit nicht unwidersprochen hingenommen – eine Gedenkplakette für den (noch lebenden) örtlichen Paten, einem Ex-Minister, angebracht. Deshalb der respektvolle Abstand beim Photographieren.

4. Tagesetappe, von Dingle nach Dunquin

etwa 20 km und 7 h, ein absolut sonniger Tag – mit entsprechendem Ergebnis für die ungeschützten Hautpartien…

Nach dem Verständnis der irischen Eigenwerbung kommen wir nun zum äußersten Westen Europas. Damit kann aber nur die E.U. gemeint sein, denn Island liegt noch ein paar Grade weiter draußen im Atlantik. Aber wir wollen nicht pingelig sein.

    

die Dingle-Bay

    

    

am Strand in der Bucht von Ventry

    

    

an der Küste in Richtung Coumenenoole

    

an der Coumenenoole-Bay, im Hintergrund die Great Blasket Island

    

abends in Dunquin, vor der Pub-Zeit noch ‚mal kurz auf dem Friedhof vorbeigeschaut

Nach Tagen ist die Hälfte des Dingle Way geschafft.

Teil 2/2 von The Dingle Way folgt in Kürze!

Alle Zitate sind (abgetippt) aus dem Xenophobe’s Guide to the Irish.

10 Comments

  1. Holger Sonntag, 4. September 2005

    wow, jürgen … glaub, ich wär jetzt gern der hund, zieht es mich doch immer an flüsse und bäche … wunderschöne bilder und plätze …

  2. Julia Montag, 5. September 2005

    traumhafte bilder – ich will sofort auch wieder hin!!

  3. Frank Montag, 5. September 2005

    Und Dingle heisst jetzt An Daingean. http://www.iht.com/articles/2005/09/04/news/dingle.php

  4. Rolf Donnerstag, 26. Juli 2007

    habe gerade begonnen, für unseren gestern geplanten Wanderurlaub zu recherchieren und bin heilfroh, dass ich dich gefunden habe.
    Deinen Bericht finde ich spitze!!
    Kann ich dich hierüber auch kontaktieren? Beispielsweise mit der Frage, ob die Tour auch für Zeltübernachtung “frei in der Natur” und damit verbundenes schweres Gepäck empfehlenswert ist?
    Herzl Grüß
    Rolf

    • jl Donnerstag, 26. Juli 2007

      wir haben nicht gezeltet, aber zeltler getroffen. (insgesamt sind ab mitte august nicht viele wanderer unterwegs.) man darf aber ueberall unter beachtung von anstands- und abstandsregeln zelten. viel spass!

      • Rolf Donnerstag, 26. Juli 2007

        danke für die schnelle Reaktion!
        War das ok mit meiner Anfrage? Kann ich auf diese Weise an eurem Forum teilnehmen? Ich hab mich bisher nie in Foren bewegt, wo könnte ich bei euch die Regeln nachlesen?
        Danke
        Rolf

        • jl Freitag, 27. Juli 2007

          nur zu! es gelten keine anderen regeln als die des hoeflichen, privaten umganges miteinander, als die unseren gesellschaftlichen rahmen konstituierenden.

          • Rolf Freitag, 27. Juli 2007

            dann nur kurz eine techn. Frage. Ich kann die Spamschutz Zeichenfolge oft nicht richtig deuten. Sind dies immer GROSSE Buchstaben, gemixt mit Ziffern?

          • jl Freitag, 27. Juli 2007

            sorry fuer das ungemach.

            der einsatz von captchas wie auch das moderieren / freischalten von kommentaren fuer aeltere artikel ist ein kompromiss, der mithilft, den laden sauber zu halten.

            es sind manchmal auch kleinbuchstaben dabei. sollte es zu einer fehleingabe kommen, geht der getippte kommentar nicht verloren, wiederholungen sind moeglich.

  5. A. Lucas Dienstag, 20. November 2012

    Hallo. Ich bin interessiert, eine high-resolution Kopie des Bildes des „South Pole Inn“ an Anascaul, Irland als auf der Dingle Way-Weblog. Wenn möglich, wird es reproduziert, in einem wissenschaftlichen Buch am Südpol durch Reaktion Press UK in 2013 oder 2014 als Teil ihrer „Earth Series“ veröffentlicht werden. Bitte sagen Sie mir, wenn eine high-resolution dieses Image verfügbar ist.
    Mit freundlichen Grüßen,
    A.L. University of Tasmania. Hobart, Australia.

    [requesting high-resolution copy and permission to publish]

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