The West Highland Way

Der West Highland Way ist der erste bzw. älteste der schottischen Langstreckenwanderwege. Die 152 km des Weges beginnen in einer Vorstadt Glasgows, gehen durch den ersten Nationalpark Schottlands am Loch Lomond, der zu dem noch flächenmäßig der größte See Schottlands ist, über die Pässe der Berge der Western Highlands bis nach Fort William am Fuße des Ben Nevis, des höchsten Berges Großbritanniens. Doch der Nationalpark vor den Toren Glasgows stellte sich als Spaßverderber heraus. Der schöne See dient als Naherholungsgebiet, Familien samt Kind, Kegel und Oma bevölkerten die Landschaft zu allen möglichen Zwecken; das ist natürlich legitim, aber irgendwie nicht das Umfeld, in dem Wandern Spaß macht.

Zu dem galt es, Rücksicht auf „das Knie“ zu nehmen, so dass wir uns entschlossen, die Tour nach der fünften Etappe und 90km abzubrechen. Statt die Devil’s Staircase hochzusteigen, sind wir kurzerhand in Tyndrum in den Zug nach Oban gestiegen, die Atlantikküste bzw. die Hebriden als Ziel.

Was die Stöcke betrifft, die man angeblich ja heutzutage unbedingt haben sollte, um von anderen Wanderern ernst genommen zu werden, hat sich herausgestellt, dass genau 1/4 des mitgenommenen Equipments sich als praktikabel und sinnvoll erwiesen hat. Irgendwie kommt man sich mit dem Gefuchtel und dem Synchronisieren lächerlich vor.

Die Länge der Tagesetappen haben wir unseren Befindlichkeiten angepasst, uns jeden Abend am Ziel ein B&B gesucht. (Einmal war’s eine Jugendherberge.) Das geht in Schottland genau so gut wie in Irland, voriges Jahr.

Ach ja, das Wetter. Wir hatten 1,2 Regentage während der gesamten Reise. Es war der letzte Tag in Glasgow. Plus die Zugfahrt von Inverness nach Glasgow am Tag davor. Ansonsten ist es normal, dass das Wetter sich öfters am Tag ändert. Alles andere wäre ein Grund zur Besorgnis.

    

Mehr Bilder und ein paar Kommentare…


1. Etappe: Milngavie – Drymen, 21 km, 5,5 Stunden
Von Glasgow nach Milngavie [sprich: Milgay] kommt man bequem mit dem Vorortzug. Der Weg nach Drymen [sprich: Drimmen] ist alles andere als aufregend bis langweilig; wahrscheinlich sollte es unbedingt in bzw. bei Glasgow losgehen. Warm Up für die müden Knochen.

2. Etappe: Drymen – Balmaha, 14 km, 5,25 Stunden
Ein schöner Weg durch den Wald und später über den Conic Hill, von dem man einen guten Blick auf den südlichen Loch Lomond hat. In Balmaha tobt der Bär, es ist Wochenende…

    

    

3. Etappe: Balmaha – Rowardennan, 12 km, 4 Stunden
Irgendwie erschöpft. Das eigentliche Tagesziel Inversnaid in weiter Ferne, Quartier wie gesagt ungewiss, haben wir uns zum Bleiben entschlossen.
Der Loch Lomond morgens und abends ist wunderschön.

    

    

    

    

Telefonzellen stehen an den unmöglichsten Orten, manchmal einfach so in der Landschaft herum. Und sie funktionieren.

4. Etappe: Rowardennan – Inverarnan, 21 km, 5 Stunden
Bis Inversnaid (11 km) am östlichen Ufer des Loch Lomond. Dort steht eigentlich nur ein Hotel, in dem Senioren rundumversorgt urlauben. Stundenlanges warten auf die Fähre des Hotels, um zum anderen Ufer zu gelangen. Dann weiter via Ardlui nach Inverarnan, dass eigentlich auch nur aus dem legendären Drovers Inn, in dem schon Rob Roy nächtigte, und einer Campsite besteht.

    

Im rechten Bild ein Goat (ausgewilderte Ziege mittelalterlicher Siedler) auf der „Flucht“. Gesehen am Loch Lomond.

    

    

    

    

    

Ich würde solch einen Zettel an die Tür hängen, nicht ans Fenster. Um Missverständnissen vorzubeugen.

5. Etappe: Inverarnan – Tyndrum, 22 km, 7,25 Stunden
Ein überwiegend schöner, abwechslungsreicher Weg. Viele Pausen.

    

    

2 Comments

  1. Julia Sonntag, 10. September 2006

    ah, da zuckts doch gleich in den beinen…
    schöne bilder und eindrücke!!

    und wie war das mit den stöcken? auf der baumgartenschneid wären wir ohne ganz schön aufgeschmissen gewesen.
    aber vielleicht sind die schottischen ja auch keine richtigen berge. ;o)

  2. Celia Treude Donnerstag, 24. Mai 2007

    Wonderful impressions from The West Highland Way. And the lense of the camera makes a lot too. Which one have you got? Simply beatiful….

Comments are Disabled