Wachsen Asiens Bäume in den Himmel?

Die Dynamik und das Potenzial der alten asiatischen Hochkulturen China und Indien faszinieren uns, fordern zu einer Meinung heraus. Angesichts des wirtschaftlichen Wachstums, der demographischen Entwicklung, des enormen Selbstbewusstseins und der wieder aufkommenden Hegemoniegelüste muss man eine deutliche Veränderung der weltpolitischen Ordnung erwarten. Die Welt wird immer mehr zu einer multipolaren, der Weltpolizist USA und seine Satelliten werden ihre Paradigmen nicht mehr ohne weiteres durchsetzen können. Irgendwann wird das ressourcenhungrige China expandieren wollen / müssen; was heisst das für die große Weltpolitik?

Um die Entwicklungen in China und Indien richtig einschätzen zu können, sollte man zuerst die „europäische Brille“ absetzen, sollte man akzeptieren, dass unsere Art die Dinge, die Welt, die Menschen und ihr Wirtschaften zu sehen eben nicht universell ist. Die dort geltenden Regeln und existierenden Paradoxien müssen von uns verstanden und akzeptiert werden. China und Indien sind groß genug, sie brauchen uns nicht wirklich für ihr wirtschaftliches Wachstum.

In der heutigen NZZ findet sich ein Auslöser für diesen Post, ein fundierter, lesenswerter Artikel zum Aufbruch Chinas und Indiens. Das vielgestaltige Phänomen mit einer Vielzahl von Paradoxien wird vergleichend analysiert. Ein anderer Artikel in brandeins beschreibt empirisch das Selbstverständnis Indiens, das nicht als Entwicklungsland behandelt werden möchte und den Kampf gegen die Armut alleine gewinnen will. Ein Beispiel für eine durch die „europäische Brille“ getroffene Einschätzung der chinesischen wirtschaftlichen Expansionsziele findet sich ebenfalls in einem brandeins-Artikel im selben Heft.

Update: Su-Shee zu Brasilien, Indien, China

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