zombie lending

Stefan Frank in „Die Weltvernichtungsmaschine“:

Um Verluste, die aus dem Bankrott eines Schuldners entstehen würden, zu vermeiden, hielten Banken insolvente Unternehmen („Zombies“, wie sie in der Fachwelt auch genannt wurden) weiter am Leben. Sie verhinderten auf diese Weise, dass Kapital und Marktanteile an solvente Konkurrenten gingen, wodurch deren Gewinne und Profitmöglichkeiten geschmälert und ihre Bereitschaft und Fähigkeit zu Investitionen stark beeinträchtigt wurden.

[…] Banken hätten die Krise verschlimmert, indem sie es vermieden, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Verluste anzuerkennen […] Den Tatsachen nicht ins Auge zu sehen, sondern stattdessen zu versuchen, die Probleme zu verschleppen, war allerdings nicht nur die Politik der Banken, sondern auch der Regierung.

Nein, nicht das Agieren*) heute wird beschrieben, Frank bezieht sich auf den Japan Boom in den 1980er Jahren.

Und, auf die derzeitige Krise bezogen:

Viele der Maßnahmen, die heute zur Lösung der Krise vorgeschlagen werden, hat man in Japan in den neunziger Jahren bereits erfolglos ausprobiert – die Nullzinspolitik, die nun seit Ende 2008 von der US-Notenbank verfolgt wird, und eine keynesianisch inspirierte Wirtschaftspolitik eingeschlossen. All dies führte nicht zu einer Bewältigung, sondern zu einer Verlängerung der Krise. Die Kosten wurden hoch gehalten, und aus Kapital wurde Beton gemacht.

(Online ist ein ein Vorabdruck des 3. Kapitels „Drei Geschichten vom Immobilienboom“ bei jungleworld.com zu finden. )

*) „Retten“ heißt diese Art von Agieren. Die Höhe der Summe scheint mit der politischen Machtfülle zu korrelieren, könnte eingebildeter Potenzersatz sein.

2 Comments

  1. Kai H. Samstag, 26. September 2009

    Ich glaube die Politik “agiert” nur so, damit die bevölkerung denkt es würde etwas getan. Das ist zwar grundsätzlich nicht falsch, weil Wirtschaftspolitik auch sehr viel mit der Psychologie der Beteiligten zu tun hat, aber nicht mit diesen Unsummen…

  2. patti Mittwoch, 18. November 2009

    man fragt sich wirklich ob dieser aktionismus etwas bringt. ich finde es jedenfalls schlimm, dass der steuerzahler den ganzen mist bezahlen muss, den er nicht ‘verbockt’ hat. und danach geht alles weiter wie vorher. das mit japan ist wirklich interessant.

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