Zukunftskino

Unter dieser Überschrift schreibt Peter Greenaway (u.a. »Prosperos Bücher«; »Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber«) in der aktuellen Lettre International über das Dilemma des zeitgenössischen, modernen Kinos bzw. seiner Filme: gefangen durch die vier Tyranneien des Textes, des Rahmens, des Schauspielers, der Kamera. (Ausschnitt)

Greenaway belässt es aber nicht bei seiner Kritik, er nutzt den Text um sein multimediales Projekt (Kino, Fernsehen, Website, DVDs, Buch) »The Tulse Luper Suitcase« als zeitgemäßes, postmodernes Kino zu promoten. Und sich selbst den Ball vorzulegen:

DAS Kino starb am 31. September 1983, als auf der ganzen Welt die Fernbedienung Einzug in die Wohnzimmer hielt. […] Das sogenannte Kino wurde 1895 erfunden. Es dauerte 29 Jahre, bis zu Eisensteins »Streik« im Jahr 1924, um das erste Meisterwerk dieser neuen ästhetischen Technologie des Films zu entwickeln. Wenn am 31. September 1983 eine neue ästhetische Technologie bewegter Bilder aus der Taufe gehoben wurde, bleiben uns noch ein paar Jahre, um eigene Maßstäbe zu setzen.



Bei aller behaupteten Modernität fällt mir ein, dass Lynn Lee-Hershman derartige, das konventionelle Kino überwindende Film-Projekte schon vor einigen Jahren realisiert hat. Siehe hier. – Der 31. September 1983 ist übrigens ein merk-würdiges Datum.

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