Zum Verfall des Privaten

Ich möchte Stefan Münz – nicht spontan sondern wohl überlegt – zustimmen, wenn er die Dramatisierer ins Visier nimmt, die den angeblich (aus ihrer Perspektive) unbedachten Verlust der Privacy in Zeiten von Web 2.0 beklagen:

Ihr lieben gesellschaftskulturellen Mainstream-Kritiker: bitte seid doch etwas kritischer mit euch selbst! Schließlich ist eure veröffentlichte Stimme ja auch euer Ich, und irgendjemand anderes könnte die so wie sie ist dumm und peinlich finden – vielleicht euer Arbeitgeber oder euer nächster Lebensabschnittspartner in spe. Versucht euch zu erinnern, dass ihr früher doch immer gegen den ganzen Privatisierungskram wart, und dass ihr oft genug selber erwähnt habt, dass “privare” das lateinische Wort für “rauben” sei. Vielleicht lernen diejenigen, die sich frühzeitig in Social Networks verewigen, viel eher die Lektion, mit offenem Visier durchs Leben zu gehen, zu Vergangenem zu stehen, weil es nachlesbar ist und sich schlecht verklären lässt.


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